Wie erreicht Politik die Jugend? – Wahlkampf über Snapchat und co.

Im heutigen digitalen Zeitalter gilt es vor allem die junge Generation für gesellschaftliches und politisches Engagement zu aktivieren. Doch wie kann dies am besten gelingen? Die einfache wie ebenso offenkundige Antwort lautet: eben dort wo die so genannten Digital Natives zuhause sind - im Digitalen.

Einen spannenden Beitrag zum Einsatz von sozialen Medien als Wahlkampfmittel zur Ansprache der jüngeren Zielgruppe hat das Portal politik-digital.de. Es ging dem Portal vor allem darum, den Einsatz der unterschiedlichen sozialen Netzwerke zu untersuchen. Neben dem Nachrichtendienst WhatsApp wurden der Einsatz im Wahlkampf von Instagram, Snapchat und die Dating-App Tinder untersucht.


Diese Dienste bieten einen ungezwungeneren Kontext als Facebook und Twitter und werden überwiegend von einer jüngeren Zielgruppe genutzt. So ist es den Politiker_innen möglich, zum Beispiel unmittelbar auf Fragen einzugehen, Bürgersprechstunden über WhatsApp abzuhalten oder einen guten Einblick hinter die Kulissen ihrer politischen Arbeit zu geben. Durch ungewöhnliche Maßnahmen wie ein Politikerprofil auf der Dating-Plattform Tinder kann ein Überraschungseffekt erzeugt werden und Personen angesprochen werden, die sonst nicht an der politischen Kommunikation beteiligt wären.  


WhatsApp

Als Instant Messaging Dienst ist WhatsApp viel unmittelbarer als Facebook und Co. So verwendete der Bundestagsabgeordnete Jens Zimmermann von der SPD den Dienst während der Wahl des Bundespräsidenten als eine Art Liveticker und berichtete mit Texten und Bildern direkt von der Wahl. Spannend ist auch die WhatsApp-Sprechstunde der nordrhein-westfälischen Landtagsabgeordneten Sarah Philipp. Sie bieten ihren Abonnenten auf WhatsApp regelmäßig die Chance, persönlich mit ihr in Kontakt zu treten und Fragen sowie Anliegen vorzubringen.


Instagram

Eine deutlich höhere Interaktionsrate als Facebook oder Twitter bietet die Foto-App Instagram. Formate, wie Schnappschüsse, Selfies und ein Blick hinter die Kulissen aus dem politischen wie auch aus dem privaten Alltag, sind das, was bei den Followern sehr gut ankommt. Eine besondere Affinität für dieses soziale Netzwerk zeigt der Politiker Christian Lindner, der fast täglich Bilder aus dem politischen oder privaten Alltag auf Instagram veröffentlicht.


Snapchat

Zu dem momentan am schnellsten wachsenden sozialen Netzwerk gehört Snapchat. Auch immer mehr Politiker_innen nutzen diese Plattform für ihren Wahlkampf. Über den Snapchat-Kanal des Europäischen Parlaments werden den Nutzer_innen Einblicke in die Arbeit des Parlamentes gewährt. Zusätzlich gibt einen wöchentlichen Rückblick auf die Themen der vergangenen Woche.


Tinder

Eine für den politischen Wahlkampf wohl eher ungewöhnliche Plattform ist die Dating-App Tinder. Zwar noch wenig durch die Politik genutzt, gab es im Wahlkampf des Berliner Abgeordnetenhauses schon die ersten Versuche von jungen Politiker_innen, Tinder für sich im Wahlkampf zu nutzen. So legte unter anderem der SPD-Kandidat Alexander Freier-Winterwerb sich ein Profil bei der App an und sprach dann mit seinen Matches über Themen der Familien- und Bildungspolitik. Eine besondere Form des Wahlkampfes ermöglichte die Datingapp zum US-Wahlkampf. Ähnlich dem Wahl-O-Mat, bot sie unter der Funktion swipe-the-vote eine Möglichkeit an, herauszufinden, welche_r Kandidat_in die eigene Meinung am besten vertritt. Ebenfalls Angeboten für die Abstimmung zum Brexit, wird es das ja vielleicht auch zur Bundestagswahl in Deutschland im Herbst 2017 geben.


Facebook und Twitter

Facebook und Twitter sind natürlich aus dem politischen Wahlkampf nicht mehr weg zu denken. Man sieht aber durch diese vier Beispiele von alternativen Netzwerken, dass, gerade um eine junge Zielgruppe anzusprechen und an die Wahlurnen zu bringen, neue Wege getestet und begangen werden müssen. 

 

Bildquelle: Marketing Land 

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