Das Europäische Jugendparlament in Deutschland e.V.

„Wir wollen junge Leute zusammenbringen und unsere Energie für etwas Sinnvolles verwenden“

Jonathan Engel, Vorstandsmitglied des Europäischen Jugendparlaments in Deutschland e.V. (EJP), berichtet: „Das EJP ist eines von 36 nationalen Komitees des European Youth Parliament (EYP), dem europäischen Dachverband des Vereins.“

Seit mehr als 20 Jahren bietet das EJP Jugendlichen zwischen 16 und 22 Jahren eine Plattform, um ihre Meinungen zu europapolitischen Themen zu äußern. Es wird ehrenamtlich und eigenständig von Schüler_innen und Studierenden getragen und hat kein politisches Mandat. Der 21-jährige Jonathan investiert nach eigenen Angaben 10 bis 15 Stunden pro Woche für seine Tätigkeit beim EJP. „Ich kümmere mich ehrenamtlich vor allem um Sponsoring und Fundraising, seit ich mein Freiwilliges Soziales Jahr in der Kultur beim EJP beendet und 2011 mein Politik- und Verwaltungswissenschaftsstudium begonnen habe. Außerdem bin ich im Bereich Veranstaltungsorganisation, zum Beispiel für das Finale des Schulwettbewerbs, aktiv.“  Seine insgesamt rund 400 Vereins-Kolleginnen und Kollegen, von denen etwa 150 aktiv im Verein mitarbeiten, leben deutschlandweit verstreut und organisieren ihre Zusammenarbeit vor allem online und über das EJP-Büro in Berlin Mitte. Dort ist jedes Jahr ein FSJ’ler angestellt – ab Herbst 2013 sollen es möglicherweise sogar zwei werden. „Interessierte bewerben sich aber nicht direkt bei uns, sondern bei der LKJ und füllen dort auf der Website einen Fragebogen aus“, erklärt Jonathan.

Das EJP verfolgt drei Hauptziele:

  1. Junge Menschen zu einer aktiven Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen anzuregen, Politik und Demokratie in Europa erleb- und erfahrbar zu machen und zur Persönlichkeitsbildung der Jugendlichen beizutragen.
  2. Die Entwicklung einer gemeinsamen europäischen Identität zu unterstützen. Das EJP macht seinen Teilnehmenden Politik und Demokratie erlebbar, zeigt ihnen, dass aktive Partizipation und Übernahme von Verantwortung notwendig ist und Spaß macht.
  3. Die Jugendlichen sollen die Möglichkeit geboten bekommen, ihr Potential zu entdecken und zu nutzen. Sie werden aufgefordert, sich und ihre Persönlichkeit weiter zu entwickeln. Alle Beteiligten bekommen die Chance, ihre sozialen Kompetenzen zu schärfen. Die Arbeit in Teams fördert dabei gegenseitige Anerkennung und gemeinsame Zielvorstellungen.

Auf den Veranstaltungen des EJP wird Europa für mehrere hundert Jugendliche pro Jahr erlebbar und soll so zur Völkerverständigung beitragen. „Die Ausschussgruppen spiegeln das Europäische Parlament wieder“, erläutert Jonathan die Struktur der Veranstaltungen. „Die Ausschüsse haben ähnliche Themen wie sie auch im EU-Parlament diskutiert werden, wir haben immer einen Schirmherren und schicken die Resolutionen dann an ausgewählte EU-Parlamentarier.“ Jede Sitzung ist in drei Teile aufgeteilt: gruppendynamisches Kommunikationstraining (Teambuilding) zum gemeinsamen Kennenlernen und Entwickeln von Verfahren zur Konsensfindung, Ausschussarbeit (Committee Work), in der von den Gruppen jeweils eine gemeinsame Resolution erarbeitet wird, und eine parlamentarische Vollversammlung (General Assembly). Hier debattieren die Delegierten ihre erarbeiteten Resolutionen. Hinzu kommen soziale Aktivitäten, ein Kulturprogramm, Empfänge und Podiumsdiskussionen. Das EJP fördert das individuelle Potential seiner Teilnehmenden, indem es ihnen die Chance bietet, sich in anregender Atmosphäre auszutauschen, sich herauszufordern und sich weiterzuentwickeln.

Interessierte Jugendliche können sich unverbindlich per E-Mail an den Welcome-Guide des EJP wenden, zusammen mit Freunden am Schulwettbewerb (siehe unten: Der Schulwettbewerb) teilnehmen oder das EJP an die eigene Schule (siehe unten: EJP Outreach) einladen

 

Der Schulwettbewerb

Die Nationale Auswahlsitzung wird jährlich als Schulwettbewerb veranstaltet. Diese Möglichkeit bietet sich für Schulgruppen der zehnten bis elften Klassen (G8) bzw. der elften und zwölften Klassen (G9), die zusammen eine Delegation von acht Schüler_innen gründen, sich eine betreuende Lehrkraft suchen und mit ihrer Bewerbungsresolution für die regionalen Auswahlsitzungen qualifizieren. Wenn diese von der Jury als eine der 27 besten Delegationen ausgewählt wird, wird sie auf eine der drei im Frühjahr jeden Jahres stattfindenden regionalen Auswahlsitzungen eingeladen. Die besten drei Delegationen jeder Sitzung werden dann zur nationalen Auswahlsitzung eingeladen. Dort werden zwei Delegationen ausgewählt, die Deutschland auf einer zehntägigen internationalen Sitzung des Europäischen Jugendparlamentes im Ausland vertreten dürfen.

Doch die Sitzung besteht nicht nur aus Arbeit und Wettbewerb! Es gibt ausreichend Möglichkeiten, die anderen Delegierten kennen zu lernen, gemeinsam zu diskutieren und Spaß zu haben. Alle Teilnehmenden erwartet ein außergewöhnliches und spannendes Erlebnis, das lange in Erinnerung bleibt.

 

Europäische Foren

Neben dem Schulwettbewerb (siehe oben: Der Schulwettbewerb)  haben Schülerinnen und Schüler aus Deutschland die Möglichkeit, an Europäischen Foren teilzunehmen. Diese bringen bis zu 100 Jugendliche aus ganz Europa bzw. bestimmten Regionen Europas zusammen, um im gewohnten Format (aber ohne Wettbewerb) europäische Themen zu debattieren.

Alle diese Foren sind international. Habt ihr Lust auf ein Abenteuer? Infos zu aktuellen Foren findet ihr hier. Am Ende jeder Foren-Seite findet ihr die Kontaktdaten der jugendlichen Projektleitung, die ihr gerne anschreiben könnt, wenn ihr Interesse habt, an den jeweiligen Foren teilzunehmen. Daneben werden auch im Ausland von den jeweiligen nationalen Verbänden des European Youth Parliaments Foren ausgerichtet, für die gelegentlich deutsche Teilnehmende gesucht werden. Bei Interesse könnt ihr einfach eine E-Mail schicken und euch kurz vorstellen (gebt bitte neben eurem Namen auch Alter, Klasse, Schulform und Heimatort an). Das EJP wird dann versuchen, euch einen Platz als Delegierte_r auf einem Forum zu vermitteln.

 

Das EJP in der Schule – EJP Outreach

Moderator_innen des EJP gehen für drei Tage in Schulen, die das EJP eingeladen haben, und veranstalten für eine oder mehrere Klassen eine „mini-EJP Sitzung“. „Die Schüler_innen sollten zwischen 15 und 18 Jahren alt sein und in gemischten Gruppen von sieben bis zehn Schüler_innen unterschiedlicher Altersstufen als Ausschüsse zusammenarbeiten“, sagt Jonathan Engel, Vorstandmitglied des EJP. Nach einem kurzen „ice-breaking“ beginnen die Ausschüsse, unter Anleitung der Moderator_innen, ihr Thema zu bearbeiten. Schrittweise entsteht ein kleines Papier, ähnlich einer Resolution, mit einer Auflistung der Probleme des bearbeiteten Themas und damit verbundenen Forderungen und Lösungsvorschlägen. Dann kommen die Ausschüsse zur parlamentarischen Debatte zusammen. Nacheinander werden alle Resolutionen diskutiert und abschließend abgestimmt. „Am schönsten ist es, wenn am Ende ein_e Schüler_in zwei Minuten lang ihre/seine Rede vor allen anderen vorträgt und die Schüler_innen hören alle aufmerksam zu“, findet Jonathan. Wem das Event mit dem EJP Spaß gemacht hat, bekommt übrigens die Chance, an weiteren Sitzungen in Deutschland und Europa teilzunehmen.

Mit dem EJP-Outreach-Projekt sollen insbesondere solche Schülerinnen und Schüler angesprochen werden, deren Schulen selten in europäische Projekte involviert sind oder nicht die Mittel aufbringen können, um an internationalen Veranstaltungen teilzunehmen. Dafür stehen Fördermittel von Partnerstiftungen speziell für solche Projekte bereit.


Ergänzende Informationen zu den Projekten und ganz allgemein zum EJP findet ihr auf der Webseite des EJP.

 

Foto: EJP

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