Schüler Helfen Leben

Schüler Helfen Leben! Und das schon seit über 20 Jahren.

Seit 1992 engagieren sich Jugendliche für die Balkanregion; mittlerweile deutschlandweit, ein Verein und eine Stiftung wurden gegründet, über 130 Projekte auf dem Balkan unterstützt und unzähligen Jugendlichen der Hilfsregionen Hoffnung zurückgegeben.

Angefangen hat 1992 alles mit dem Krieg in Kroatien und Bosnien und Herzegowina, dessen Bilder ganz Deutschland erschütterten. Aber anstatt nur schockiert zuzusehen, haben sich Jugendliche aus Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz entschieden, aktiv zu helfen: Hilfsgüter wurden gesammelt, in Privatautos geladen und in die Flüchtlingslager gebracht.

Mit der Zeit erhielt die Aktion immer mehr Unterstützung, Schulen schlossen sich an und 1994 wurde schließlich der offizielle Verein gegründet. Es folgten Büros in den Krisenregionen und Wiederaufbauprojekte. Es wurden Kontakte zwischen deutschen und aus der Balkanregion stammenden Jugendlichen geknüpft, sowie das erste gesamtbosnische Jugendmagazin nepitani ("Die Ungefragten") mitbegründet.

Simon Weber

Simon Weber kommt aus der Nähe von München, studiert zurzeit deutsch-französische Rechtswissenschaft an der Universität Potsdam und ist aktives Mitglied im Verein Schüler Helfen Leben.

Auf die Organisation aufmerksam wurde Simon im Jahr 2008. Damals ging der heute 19 Jährige noch auf das Gymnasium Tegernsee im Süden von München. Er war Schülersprecher und wurde regelmäßig über laufende Aktionen informiert. Als er dann das Informationsmaterial von Schüler Helfen Leben und dem Sozialen Tag bekam, löste die Idee dahinter in seiner Schule große Begeisterung aus. Schnell wurde der Direktor überzeugt und die Aktion gestartet.

Als er im Anschluss als Delegierter seiner Schule zusammen mit 250 Jugendlichen aus ganz Deutschland zum Projektauswahltreffen nach Berlin eingeladen wurde, war sein Interesse endgültig geweckt:

„Mir imponierte die unglaubliche Zielstrebigkeit und der Teamgeist, mit dem viele Jugendliche auf ein gemeinsames Projekt, ein gemeinsames Engagement hinarbeiten. Der Gedanke, etwas für Gleichaltrige zu tun, die nicht weit von uns entfernt in einer Welt aufwachsen, die von politischer Unruhe und sozialer Unsicherheit geprägt ist, in der die Zukunftsaussichten alles andere als rosig sind, bestärkte uns alle aktiv zu werden und es auch weiterhin zu bleiben.“

„Aktiv sein“ kann man bei Schüler Helfen Leben, indem man zu den mehrmals im Jahr stattfinden „Aktiventreffen“ geht. Hier lernen die Teilnehmer_innen immer etwas über die Projektregion und beraten über neue Aktionen. Halbjährlich findet zusätzlich die Mitgliederversammlung statt.

Hier wird über kommende Projekte wie Hilfstransporte oder Mahnwachen und Fördermaßnahmen diskutiert. Alle Teilnehmer_innen werden einbezogen, die Entscheidungen werden demokratisch gefällt.

„Ab einer gewissen Anzahl von engagierten Jugendlichen besteht außerdem die Möglichkeit, dass sich kleine Regionalgruppen gründen, die dann zu regelmäßigen Treffen einladen.“

Ein aktives Mitglied wie Simon hat noch viel mehr zu tun:

„Als Repräsentant von SHL war ich bei Bundeskanzlerin Angela Merkel am Sozialen Tag 2010, um im Kanzleramt zu arbeiten. Des Weiteren organisierten wir mehrere Hilfstransporte von Schleswig-Holstein und Bayern in den Balkan (2010 und 2012).“

Diese Päckchenversand-Aktionen mit Hilfsgütern sowie deren Transport in die entsprechenden Regionen laufen dabei ohne großen Apparat oder teure Werbekampagnen. Stattdessen ist das Ziel eine gezielte Unterstützung und die Hilfe zur Selbsthilfe.

Durch seine aktive Hilfe in den Krisengebieten und dem hohen Engagement der Beteiligten, konnte der Verein Schüler Helfen Leben schon viele Auszeichnungen, unter anderem die Europa-Lilie, den Europäischen Bürgerpreis und den JUGEND-HILFT!-Preis gewinnen.

Insgesamt ist Schüler Helfen Leben ein wichtiger Teil in Simons Leben. So war er selbst schon in der Krisenregion und nahm auch in diesem Jahr an der Schultour teil, bei der Schulen in ganz Deutschland über den Sozialen Tag informiert werden. Dazu kommen Wochenendtreffen in Hamburg und Berlin. Und auch wenn dabei viel Zeit für Freunde und Familie verloren geht, bekommt er Unterstützung:

Viele Freunde sind selber mittlerweile bei SHL aktiv geworden. Natürlich heißt es hin und wieder „Oh du bist ja schon wieder mit SHL weg!“, aber dann ist das auf keinen Fall negativ gemeint, sondern man merkt, dass es vom Freundeskreis wahrgenommen wird, dass man sich engagiert.“

Durch die Nähe zu Berlin ist Simons Engagement einfacher geworden, denn hier finden unter anderem die Projektauswahltreffen statt. Zusätzlich befindet sich der offizielle Sitz der Stiftung Schüler Helfen Leben in Berlin, weshalb viele Mitarbeiter_innen und aktive Mitglieder im Großraum Berlin/ Potsdam leben.

Dabei treibt ihn das Wissen, etwas Gutes zu tun und sein eigener Ehrgeiz, etwas zu verändern an:

„Dass man irgendwann das Ziel von Demokratie, sozialer Gerechtigkeit, Bildung für alle und ähnliche Wünsche auf der ganzen Welt in Perfektion erreicht, ist eine Utopie. Jedoch sollte man trotzdem nicht aufhören weiterzumachen, sondern aktiv bleiben um notleidenden Kindern und Jugendlichen eine bessere Zukunft zu ermöglichen.“

Und der Schritt, selbst aktiv zu werden ist ganz leicht: Einfach online den Mitgliederantrag ausfüllen. Insgesamt gibt es über 200 Vereinsmitglieder. Als Schüler_in, Azubi, Student_in und FSJler zahlt man einen Mitgliedsbeitrag von 15 Euro im Jahr und bekommt damit das Recht, über die Aktionen mitzubestimmen. Und laut Simon lohnt sich das Aktivsein immer:

„Wenn man weiß wo und wie man aktiv werden möchte, dann sollte man nur den Mut haben die verantwortlichen Leute anzusprechen und um Infos bitten! Der Einstieg ist viel leichter als man denkt. Es muss es einem wert sein, seine Zeit in andere Dinge als Schule und normale Alltagsbeschäftigungen zu investieren. Die neuen Erfahrungen, die man dadurch sammelt, können einem nie genommen werden.“

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